Luftgütesensor (Sensor für Luftgüte) des VW Bus T5 Multivan tauschen

Das Tolle an einem T5 ist ja, dass immer dann, wenn man denkt, man müsse mal wieder einen Blogeintrag verfassen und nicht weiß, was das Thema sein könnte, glücklicherweise irgendetwas verreckt…

Routinemäßig war es mal wieder soweit und ich hatte den Bus via OBD am VCDS angeschlossen (wobei man ja mittlerweile wohl OBDEleven nutzt, wie ich gehört habe). Wie schon oft tauchte dieser Fehler auf:

9479185 - Signalleitung für Sensor der Luftgüte 
B10A4 11 [009] - Kurzschluss nach Masse
bestätigt - geprüft seit letzter Löschung
Umgebungsbedingungen:
Fehlerstatus: 00000001
Fehlerpriorität: 3
Fehlerhäufigkeit: 254
Verlernzähler: 202

Von vorherigen Recherche wusste ich, dass der Luftgütesensor gerne mal kaputt geht, was aber nicht wirklich schlimm sein soll, weil der eigentlich nur dazu da ist, die Frischluft zu analysieren und wenn diese schlecht ist, die Schotten automatisch dicht zu machen. Ich hatte dieses tolle Feature zum ersten Mal im 7er BMW und hatte mir das immer so vorgestellt, dass ich an einem güllegetränkten Feld vorbeifahre, das Auto vollautomatisch auf Umluft stellt und ich von nichts etwas rieche. Oder hinter einem LKW herfahre, dieser mich vollrußt und ebenfalls nichts ins Auto gelangt. In Wirklichkeit ist der Sensor aber dafür da, dass er bei entsprechender Luftfeuchtigkeit die Klimaanlage auf Umluft schaltet und damit die Scheiben nicht beschlagen. Beim 7er hat das toll funktioniert, man kann aber auf die Funktion auch ganz gut verzichten. Der Sensor war mir deshalb eigentlich ziemlich egal.

Was mich dieses Mal etwas verunsicherte war die zweite Meldung, die VCDS ausspuckte:

9481748 - Hochdruckgeber 
B10AE 14 [009] - Unterbrechung/Kurzschluss nach Masse
bestätigt - geprüft seit letzter Löschung
Umgebungsbedingungen:
Fehlerstatus: 00000001
Fehlerpriorität: 2
Fehlerhäufigkeit: 1
Verlernzähler: 138

Die Meldung war aber wieder schnell vergessen und da ich keinen Fehler merkte, ging es zurück in den Alltagsmodus.

Bis es die ersten warmen Tage des Jahres und ein in der Sonne geparkter Bus nötig machten, die Klimaanlage zu benutzen, aus der nur noch lauwarme Luft kam (ja, ich hab es weder der Frau noch den Kindern anfangs geglaubt). Kurze Recherche: Der Hochdruckgeber hängt an Sicherung SC22 und die findet sich hinter dem Flaschenhalter, zweite Reihe von unten, ganz rechts. Eine dieser Minisicherungen, angeblich mit 5 Ampere, bei mir war aber eine 10 Ampere verbaut – die wie erwartet durchgebrannt war.

Zuerst Flaschenfach unter dem Armaturenbrett entfernen. Dazu dieses öffnen…
..und die Klammern zusammendrücken.
Da ist sie!
Und so sieht sie aus. Ringsherum sieht man deutlich, dass ich dem Bus dieses Jahr noch keinen Besuch in der Waschstraße, geschweige denn den Einsatz eines Staubsaugers gegönnt habe…

Zum Glück habe ich erst in den Abendstunden eine neue Sicherung gefunden, als die Kinder schon friedlich in ihren Betten schlummerten. Zum Glück deshalb, weil ich nach Tausch der Sicherung und Druck auf die Taste der Klimaautomatik genau 3 Sekunden hatte, bis der Bus komplett mit beißendem Qualm gefüllt war. Ich hatte gelesen, dass es wohl etwas stinken soll, wenn der Luftgütesensor über den Jordan geht, aber darauf war ich nicht gefasst, weil ich davon ausgegangen war, dass der ja schon lange nichts mehr macht, dementsprechend schon mal gestunken haben muss.

Die Nachbarn wundern sich vielleicht, warum der Bus mitten in der Nacht offen steht, aber er muss wirklich dringend lüften!

Wer sich ein bisschen mit Elektronik befasst hat und schon mal einen dickeren Elko zum Platzen brachte, kennt den Duft – es riecht nach abgebrannter Elektronik, gerne auch mit „es stinkt elektrisch“ tituliert. Auch wenn es nur drei Sekunden waren, sah man deutlich, dass der Qualm aus den Luftaustrittdüsen quoll und nach höchstens zwei weiteren Sekunden war der Bus schon wieder abgestellt und alles, was man öffnen konnte, war geöffnet. Ich beneide niemanden, dem das während der Fahrt passiert und der vielleicht noch seine Familie im Auto hat. Auch am nächsten Morgen hielt sich der Gestank noch ein bisschen, 24 Stunden später riecht der Bus aber wieder wie gewohnt nach einer Mischung aus der kalten Asche des Vorbesitzers (Nichtraucherwagen… ist klar!) und Essensresten, die die Kinder irgendwo unter den Kindersitzen versteckt haben.

Anschließend also Lokalisieren des Sensors und Ausbauen des selbigen. Ich hatte etwas Bammel, dass ich nun wieder die ganze Abdeckung oberhalb des Motorraumes (da, wo die Scheibenwischer drin stecken) ausbauen dürfte, wie ich das damals beim Umrüsten auf Aerotwin-Scheibenwischer gemacht hatte. Das geht zum Glück auch anders, man braucht nicht mal Werkzeug. Man öffnet lediglich die Motorhaube, zieht das Dichtungsgummi an der Beifahrerseite etwas nach oben, drückt die Abdeckung nach oben und bekommt relativ freie Sicht in den Wasserkasten (heißt das so?), worin neben dem Luftgütesensor auch noch allerlei Beute eines Marders (?) zu betrachten ist.

An der Beifahrerseite sitzt der Luftgütesensor hinter der Abdeckung.
Gummi weg, Abdeckung auseinanderdrücken.

Erfreulicherweise nichts feucht, die Überreste des toten Vogels wollte ich aber trotzdem in dem Moment nicht mit den bloßen Händen entfernen und warte da lieber, bis ich mal an einem dicken Staubsauger (der nicht mir gehört!) vorbeikomme. Der Sensor ist schnell abgesteckt und wäre auch schnell getauscht, wenn man denn die Teilenummer noch lesen könnte und diese nicht abgefackelt wäre ;-)

Mardernest
Ob das Loch da original rein gehört? Der immer noch extreme Gestank sagt: Nein.
Egal, zuspachteln und ab nach Ebay mit „Lief bis zum Ausbau einwandfrei!“ ;-)

Mittlerweile weiß ich, dass der neue Sensor um die 100 Euro kostet, was es mir aktuell aber nicht wert ist, für das, dass ich die Funktion nicht vermisse. Die Klimaanlage läuft wieder ganz normal und ich rechne auch mit keinen Folgefehlern (auslesen steht allerdings noch mal an).

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1 Antwort

  1. 7. September 2019

    […] war der Pollenfilter dran. Als mir der Luftgütesensor abgeraucht ist, hatte ich vorne im Wasserkasten, also dort wo auch die Ansaugung der Frischluft […]

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