Direkter Vergleich der Kompressorkühlboxen Dometic Waeco Coolfun CK 40D Hybrid und Coolfreeze CDF 36

Anfang des Jahres (hier der Blogartikel und hier ein Zwischenfazit) hatte ich mir relativ spontan die Dometic Waeco Coolfun CK40D Hybrid gekauft, weil ich zwar von der bis dato eingesetzten und mit 40 Euro sehr günstigen Kühlbox Dometic Waeco Mobicool V26 ziemlich begeistert war (ich erwähne es immer wieder gern, dass die Box auch bei Temperaturen über 30 Grad im Südfrankreich Campingurlaub stets perfekt gekühlte Getränke lieferte), ich aber doch gern mal ausprobieren wollte, was hinter den Geräten mit Kompressor steckt und ob die wirklich so viel besser kühlen. Das Angebot damals war günstig und ich konnte beim Hybrid-Modell zuschlagen (aktuell, d.h. Juli 2017, liegt sie zwischen etwa 270,- Euro bei Amazon und ähnlich bei Ebay, damals war sie etwas günstiger – vermutlich, weil Winter war). Hybrid, weil die Box mit einem thermoelektrischen Peltier-Element ausgestattet ist und gleichzeitig durch den Kompressor einen vollwertigen Kühlschrank darstellt. Als Stromanschlüsse bietet die Box 12V und 230V – eigentlich perfekt. Nachdem die Kompressorbox dann Zuhause ankam, wurde mir erst bewusst, dass ich einen Denkfehler hatte. Ich bin automatisch davon ausgegangen, man könne sowohl mit 12, als auch mit 230 Volt die Gefrierfunktion nutzen (also den Kompressor). Das geht aber nicht: Auf 12V läuft immer „nur“ das Thermoelement, auf 230V immer der Kompressor. Zwei Dinge wollten mir nicht klar werden: Warum baut der Hersteller nicht eine Möglichkeit ein, den Kompressor auf 12V zu nutzen? Man könne doch auch einfach einen billigen Spannungswandler dazwischen hängen und hätte 230V im Bus? Und, zweite Frage: Warum kostete die Box als Hybridmodell denn deutlich weniger, als eine, die ausschließlich auch Kompressorbetrieb ausgelegt ist?

Fahrrad, Laufrad, CK 40 D = Kofferraum voll!

Die Fragen sollten sich erst dann beantworten, als ich die Box wieder verkauft hatte. Ja richtig, ich habe sie gerade wieder verkauft. Warum? Sie war mir für meinen geplanten Einsatz, sie mehr oder wenig ständig im Bus mitzuführen, einfach zu groß. Ihre Abmessungen sind (L/B/H) 51,5cm x 52cm x 45,4cm, was schon ziemlich groß ist. Im Bus ist Platz ja eigentlich nicht so ein Thema, mag man denken, das stimmt aber nur zum Teil und wenn bei zurückgeschobener Rückbank fast 1/3 vom Kofferraum stets durch die Box belegt wird, ist das schon ein Wort. Die Größe ist natürlich dann wieder von Vorteil, wenn es um den zu transportierenden Inhalt geht. Allerdings ist die Box nicht nur groß, sondern auch ziemlich schwer (Leergewicht um die 20kg) und die Griffe sind nicht wirklich gut designed, so dass man eine mit Getränken beladene Box kaum noch tragen kann, es sei denn man hat durch’s Freeclimbing gestählte Fingerkuppen (viel mehr als die Fingerkuppen finden in den Griffmulden nämlich keinen Platz). Trotzdem ist die Box wirklich gut – ich will sie jetzt nicht schlechtreden. Sie kühlt herausragend und innerhalb von einer starken Stunde hat man gefrorene Getränke, wenn man das möchte. Mit Sicherheit ist die Box eine der besten, wenn nicht die beste, in der Preisklasse bis 300 Euro. Egal, der neue Besitzer weiß, worauf er sich einlässt, da er sie schon ein zweites Mal hat (ohne Hybrid), insofern sind wir damit beide glücklich. Und er konnte mir die Fragen von oben beantworten.

Die Frage, warum man die Coolfun nicht über einen 230V-Spannungswandler betreiben sollte, findet sich sogar im Handbuch. Da steht nämlich, dass man sie nach dem Transport mindestens eine halbe Stunde ruhig stehen lassen muss, bevor man den Kompressor einschaltet. Kennt man ja eigentlich von stationären Kühlschränken, ich hatte das bei einer mobilen Box irgendwie nicht erwartet. Man darf den Kompressor während der Fahrt also gar nicht einschalten – zum Glück hatte ich die Idee mit dem Spannungswandler noch nicht ausprobiert! Die Antwort auf diese Frage beantwortet auch die, warum der Preis halb so hoch wie bei einer vergleichbaren, reinen Kompressorbox ist: Diese sind für den mobilen Betrieb ausgelegt und dürfen auch während der Fahrt laufen.

Nun also kam die Dometic Waeco CoolFreeze CDF 36 an. Preislich spürbar teurer (dank Amazon-Aktion zwar rund 100 Euro weniger, als normal, dennoch aber auch 100 Euro mehr, als die Coolfun gekostet hatte) und von Innen- und Außenmaßen deutlich kleiner und kompakter. Der erste Eindruck ist positiv, sowie von der Verarbeitung, als auch von der Kühlleistung her. War die Coolfun schon sehr leise (in beiden Betriebsarten), hört man die Coolfreeze nur noch, wenn man genau darauf achtet. Durch den ausschließlichen 12V-Anschluss fällt leider die Möglichkeit weg, sie als Alternativkühltruhe zu benutzen (wenn man bspw. die eigentliche Kühltruhe Zuhause abtauen möchte) und auch ein bequemer Test im Wohnzimmer fällt leider weg. Damit kann man aber gut leben, wenn sie dann im Kofferraum steht und plötzlich wieder Platz vorhanden ist.

Der Vergleich hinkt vielleicht, weil auch keine Fahr- oder Laufräder mehr drin sind, die CDF 36 ist aber schon deutlich kompakter als die CK 40D!

Die Box ist der große Bruder der CDF 26, der CDF 18 und der CDF 11, die mit noch kompakteren Ausmaßen glänzen. Die CDF 11 wäre es bei mir geworden, wenn ich sie nicht im Kofferraum spazieren fahren wollte, da diese wohl perfekt zwischen die vorderen Sitze passt und man sie so als Mini-Bar während der Fahrt nutzen kann (Update 2018! Passt eben NICHT!). Als Topmodelle kommen dann noch die der CFX-Serie in Frage, z.B. die CFX 50. Der integrierte Batteriewächter sorgt dafür, dass die Batterie noch genügend Saft zum Starten hat und schaltet die Box in drei wählbaren Stufen ab, bevor das Auto nicht mehr läuft. Für die Hybrid-Box hatte ich dafür überlegt, einen Batteriewächter zu kaufen, den ich mir nun sparen kann (wobei der natürlich den Vorteil hätte, dass man spontan auch andere Verbraucher im Auto darüber versorgen könnte, die dann ebenfalls die Batterie nicht mehr leerziehen können.

Wie immer (oder meistens) wenn ich etwas neues kaufe, bin ich begeistert und warte jetzt mal ab, wie sie sich im Alltag schlägt. Sie verbraucht nur 0,75A, was an einer 75Ah-Batterie dann 100 Stunden Betrieb bis zur Tiefentladung bedeuten würde (ich weiß, so ganz kann man das so nicht rechnen). Die CK 40D hingegen hätte nicht mal einen Tag durchgehalten, ABER: Ist vielleicht für einen Vorzelt-Aufenthalt und 230V via Campingplatz die bessere Wahl.

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1 Antwort

  1. 21. Februar 2018

    […] 36 mein Eigen, die ich damals als besseren Ersatz für meine Coolfreeze CK40 Hybrid gekauft hatte (hier mein Beitrag von damals). Die Hybrid-Box hatte den großen Vorteil, dass sie einen Kompressor zum Tiefkühlen auf 230V und […]

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