[Alter Blog] Tag 26, 07.12.05, Lake Taupo (NZ)

Lake Taupo in Neuseeland (Nordinsel), von Simon

Verkehrsschild Kiwi
Obligatorisches Kiwi-Schild

Gestern sind wir am Lake Taupo, südlich von Auckland angekommen. Da uns die ewige Serpentinenfahrerei langsam aber sicher wahnsinnig machte, beschlossen wir, hier mal zwei Nächte zu bleiben. Der Kilometerzähler unserer Krücke zeigt momentan etwa 1400 km mehr an als am 03.12. und so kann das Ding auch mal eine Pause brauchen (auch wenn es sich um „Langstreckenkilometer“ handelt, haben wir bisher schon unzählige Stunden im Auto verbracht). Dabei ist die Nordinsel noch zahlreich bevölkert und wir hatten auch wirklich nie das Gefühl, alleine auf weiter Strecke zu sein, dennoch kommt es vor, dass man mal über eine Stunde fährt, ohne ein Dorf zu durchqueren. So stellt sich langsam die Frage, wie wir das in Australien machen wollen, wenn wir kein Auto haben und die Strecken noch länger werden. In der Planungsphase hört sich ein Busticket mit Meilenpass zwar prima und vor allem billig an, in der Praxis wird das aber eher stressig – wir werden uns also in Melbourne mal über Langzeitmieten oder sogar Autokauf erkundigen.

Moewen und Meer
Durch Zufall gerade in dem Moment auf den Auslöser gedrückt, als die Welle kam

Die ersten Eindrücke von Neuseeland und den Neuseeländern sind durchaus positiv. Etwas seltsam ist die neuseeländische Jugend, die sich die dicksten Auspuffe an ihre (ausschließlich) japanischen Kutschen anschweißt, die tiefsten Fahrwerke einbaut (wobei es hier mehr Schotterpisten als zwischen Wurmberg und Neubärental gibt) und die breitesten Schlappen aufzieht, um anschließend mit maximal 100 km/h durch die Gegend zu schleichen – selbst auf den Motor- und State-Highways. Das fährt unsereins in der Spielstraße und die ballspielenden Kinder belächeln einen noch mitleidsvoll ;-). Sowieso scheint bei den Neuseeländern das Auto nicht annähernd so wichtig, wie bei uns oder in den USA – wir haben bisher keinen einzigen Neuwagen gesehen, der kein Mietfahrzeug gewesen wäre. Auch „Nobelkarren“ sieht man nicht. Das größte waren eine alte S-Klasse und ein Subaru Impreza Vorjahresmodell. Interessant sind nachgebaute Versionen des Opel Omegas – die Ähnlichkeit ist gravierend, sieht man mal davon ab, dass die Dinger fast immer eine Ladefläche haben, also PickUps sind. Mein besonderes Interesse (als XR3-Fahrer) ziehen die Ford Falcon XR6’s auf sich – leider alles Rechtslenker und somit nicht unbedingt als Mitbringsel geeignet.

Neuseelands Strassen
Ewig keine Menschen – nur Straßen und Strommasten

Wo wir gerade beim Verkehr sind: Ja, Gerald, Du hattest recht – die Straßen sind gepflastert mit Possumleichen! Gestern haben wir dann auch die offizielle Erklärung gelesen – die Nager sind hier wirklich so zahlreich (70 Mio.), dass sie innerhalb 24 Stunden in etwa 20000 Tonnen (kein Tippfehler – zwanzigtausend Tonnen) Wald vertilgen. So sieht es jeder Neuseeländer als Bürgerpflicht, sie zu plätten, wo immer es nur möglich ist (hmm, das wäre vielleicht eine Erklärung für die oben erwähnten Tieferlegungen??) und nennt die possierlichen Viecher nach deren Ableben liebe- und respektvoll „Roadpizza“. Auch wir hatten zwangsweise an nur einem Tag zwei Vögel und ein Karnickel auf dem Kühlergrill respektive Gewissen (Ausweichen war nicht möglich, sonst hätten wir ein paar Neuseeländer getroffen – und da gibt’s nur 4 Millionen von… nicht auszudenken, wenn wir hier auch noch ein trächtiges Weibchen erwischt hätten!).

Die Reiseberichte sind geschrieben von Carina Reubelt und Simon Langauer. Wenn du Fotos oder Texte dieser Seiten verwenden möchtest, kannst du dies gerne tun – allerdings bestehe ich auf einen Link auf langauer.net. Der Start unserer Tour war hier, den nächsten Bericht findest du mit diesem Link.

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