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Danke Corona: Angst vor der Dieselpest im VW T5 und T6

    Ganz dunkel hatte ich das Thema Dieselpest noch irgendwo im Hinterkopf, wusste aber auch noch, dass ich das damals für mich als nicht relevant eingestuft hatte. Ich zitiere mal aus Wikipedia:

    Als Dieselpest wird das Auftreten von Mikroorganismen (Bakterien, Hefen, Schimmelpilze) im Dieselkraftstoff mit sichtbarer Bildung eines Bioschlamms bezeichnet. Dadurch kann es zu Funktionsstörungen von Dieselantrieben kommen, weil der Bioschlamm Verstopfungen von Filtern und Treibstoffleitungen verursacht und somit den Fluss des Dieselkraftstoffs zum Motor behindert.

    Dadurch, dass der Bus bei mir im Normalfall jeden Tag bewegt und alle 2-4 Wochen betankt wurde, war das kein Problem für mich.  Jetzt kam aber Corona und ganz am Anfang, im März 2020, als der Diesel noch 1,20 Euro kostete, füllte ich mir einen 20l-Kanister mit dem kostbaren Gut und stellte mir diesen in die Garage. Nicht, weil ich ein Ende der Welt befürchtete, sondern weil es kurzzeitig mal hieß, Tankstellen wären ganz schlimme Überträger (deutlich schlimmer als KiTas) und ich auf diese Weise im Notfall immer ein paar Kilometer Reichweite griffbereit hätte, auch wenn man plötzlich nicht mehr zur Tankstelle könnte.

    Etwa ein Jahr später – der Diesel kostete jetzt noch weniger, d.h. das Hamstern hatte sich nicht mal finanziell gelohnt, entdeckte ich den Kanister wieder in der Garage und kam auf die Idee, mal zu recherchieren, wie lange man unseren deutschen Diesel eigentlich lagern kann. Die Menge war übrigens nie ein Problem, weil man meines Wissens 200l Diesel lagern und 60l im Fahrzeug mitführen darf (Benzin deutlich weniger). Die Antwort überraschte mich dann doch: 6 Monate wurde in einschlägigen Foren als Grenze angegeben. Da war ich schon deutlich drüber – und zwar nicht nur im Kanister, sondern auch im Tank. Nachdem ich durch HomeOffice und „Stay Home“ quasi über Nacht kaum noch fuhr, war das letzte Volltanken tatsächlich schon über 6 Monate her.

    In den Foren wird dann aber auch gleich relativiert: Wenn man einen Metallkanister nimmt (meiner ist natürlich aus Kunststoff) und den Tank im Fahrzeug randvoll macht (meiner war kurz vor der Reserve), außerdem den guten, teuren Premiumdiesel tankt (bei mir billigste Dorf-Plörre), hält sich das auch länger.

    Es war jetzt aber so oder so schon zu spät und die Angst war geweckt, dass ich mir das Einspritzsystem kaputtgespart habe. Also folgende Entscheidung: Neuer Dieselfilter und eine Kur gegen die Dieselpest.

    Diese Kuren gibt es in den Preisklassen teuer und sehr teuer. Die Werbung verspricht umso mehr, je teurer ein Produkt ist und nach einigem Lesen entschied ich mich für eine Marke, mit der ich bisher keine Schwierigkeiten hatte und die zwar teuer ist, aber trotzdem im unteren/mittleren Preissegment liegt. Für 45 Euro bekommt man einen Liter von dem Zaubermittel von Liqui Moly. Immerhin ist das Mischungsverhältnis bei einem vorbeugenden Einsatz (keine sichtbare Trübung im Diesel) mit 1:1000 angegeben, man kann die Dose also in rund 1000l Diesel kippen und wenn man grob überschlägt und von sehr wohlwollend gerechneten 10l Diesel auf 100km ausgeht (normal tendiert der Verbrauch bei mir eher gegen 8), kommt man auf 10.000km und damit kann man sich die 45 Euro wieder schön rechnen.

    Die Idee war, den Tank mit Premiumdiesel vollzumachen, dazu das Mittel zu kippen (in etwas höherer Dosierung), dann den Tank leer zu fahren und anschließend den Filter zu wechseln. Der liegt für den T5.2 2.0 TDI bei rund 35 Euro und ist relativ leicht zu wechseln. Was aber nicht heißt, ich hätte ihn tatsächlich schon gewechselt :) (aber er liegt schon mal in der Garage).

    Bei der Recherche ist mir dann noch aufgefallen, dass man diese Kunststoffkanister wohl nur 10 Jahre verwenden darf (im Fahrzeug) und da ich eh schon lange schöne aus Metall wollte, bestellte ich mir noch drei a 10 Liter von der Firma Valpro, die wohl in dem Bereich sehr gut sein soll. Schon beim Betanken wurde der Unterschied deutlich: Im Vergleich zu den Kunststoffkanistern gab es im Bus keinerlei Gerüche – das kannte ich so bisher nicht. Ich habe jetzt also drei Kanister, deren Inhalt ich regelmäßig in den Bus kippe und sie mit frischem Diesel fülle. Eine Auswirkung einer eventuellen Dieselpest habe ich bisher nicht bemerkt. Ich hatte aber auch keine Trübung und wenn ich so genau nachdenke, hätte ich vermutlich auch Globuli in den Tank geben können. Trotzdem ist es ein beruhigendes Gefühl und wenn ich bald den Filter noch tausche, ist das Thema gedanklich gestrichen.

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