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Lautsprecher vorne tauschen beim VW T5 (Türverkleidung abbauen)

    Ich hab es wohl schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass es einem mit einem T5 niemals langweilig wird und man vermutlich auch kaum die Möglichkeit hat, finanzielle Rücklagen zu bilden. Weil immer, wenn man denkt „Cool, der Bus läuft aber heute sehr gut und alles funktioniert!“ oder „Super, Ende des Monats und ich hab noch Geld zum Sparen übrig, um meinen Kindern mal einen besseren Bus zu ermöglichen!“, dauert es maximal ein Tag, bis der Bus sich meldet: „Vergiss’ es! Kümmere Dich um mich!“ Das ist wie ein Fluch, den man sich mit dem Kauf einhandelt – der T5 ist charmant, aber wartungsintensiv, und gerade die Elektronik hat es in sich, wobei ich hier dann doch mal wieder überrascht war.

    Aktuell noch offene Themen sind:

    Klimaanlage

    Jetzt kam es dieses Frühjahr dazu, dass meine Klimaanlage nicht mehr kühlte und im Zuge dessen las ich mal wieder Fehler aus. Das mache ich relativ regelmäßig, deshalb wusste ich natürlich, dass der Fehler des Luftgütesensors selbstverständlich wieder auftauchen würde. So war es auch…

    9479185 - Signalleitung für Sensor der Luftgüte 
               B10A4 11 [009] - Kurzschluss nach Masse
               bestätigt - geprüft seit letzter Löschung
                  Umgebungsbedingungen:
                         Fehlerstatus: 00000001
                         Fehlerpriorität: 3
                         Fehlerhäufigkeit: 254
                         Verlernzähler: 202

    (Anmerkung: Die Fehlermeldung habe ich vom letzten Mal kopiert, die Fehlerhäufigkeit war zwischenzeitlich ungleich höher – klar, wenn der bei jedem Starten des Busses geloggt wird)

    Ein halber Freitag der Fehlersuche brachte mich bezüglich der Klimaanlage nicht wirklich weiter und ich entschied mich widerwillig, eben doch mal einen Werkstatttermin zu machen und im ersten Anlauf die Klimaanlage neu befüllen zu lassen. Das habe ich – seit der Bus in meinem Besitz ist – nicht gemacht, allerdings wurde bei meinem Motorschaden in 2019 auch der Klimakompressor getauscht. Ob sie also nach 4 Jahren so leer sein konnte, dass sie gar nicht mehr kühlt, kann ich aktuell nicht sagen. Bald weiß ich mehr.

    So, die Überlegung war nun, wenn ich so in die Werkstatt gehe und die dort die Fehler auslesen, werden sie ggf. sagen „Aha, der Luftgütesensor! Klar, dass die Klima nicht mehr geht!“ und diesen erst mal tauschen wollen. Da hier der Preis etwas höher sein dürfte, als wenn ich das selbst mache, entschied ich mich eben dafür, den jetzt doch mal in Angriff zu nehmen.

    Standheizung

    Der Fehler in Steuergerät 77 kam von einem Codierversuch und war schnell zurückgesetzt, die Fehler in 08, 18, 19 und 6E blieben aber und bezogen sich alle auf den Zuheizer (bzw. auch den Sensor für die Luftgüte). Bedenklich fand ich vor allem das „nicht erreichbar“ beim Steuergerät der Standheizung. Wir hatten zu dem Zeitpunkt Anfang Mai und die Standheizung lief schon eine ganze Weile nicht mehr morgens, ich hätte also nicht sagen können, ob sie denn gerade funktionierte oder nicht. Mir kam in Erinnerung, dass ich in den Wintermonaten ein paar Mal den Effekt hatte, dass der Zuheizer noch lange nachlief, als der Motor schon aus war. Wenn ich dabei die Fernbedienung im Bus hatte, konnte ich den Zuheizer dann immer händisch abschalten, allerdings war die Fernbedienung nicht immer dabei und ich verbrachte so manche bange Minute länger im Bus und überlegte schon, die Sicherung zu ziehen, als er dann eben doch noch ausging. Wie gesagt kam das nicht oft vor, ich hatte das letzte Mal, vielleicht zwei Monate zuvor, noch gut in Erinnerung. Kurze Überlegung, hatte ich seither die Standheizung noch mal händisch gestartet? Nein.

    Die normale Luftstandheizung funktonierte und konnte über das Dachpanel gestartet werden, also musste mit dem Steuergerät 18 definitiv der Zuheizer gemeint sein. Diesen hatte ich vor langer Zeit mit einer Fernbedienung zur Standheizung aufgerüstet und er verrichtete die letzten 8 Jahre auch brav seinen Dienst.

    Also kommt nach den im Moment offenen Baustellen „Klimaanlage“ und „Standheizung“ (die Funktion eines dieser Geräte wäre Mitte Juli eigentlich ganz angenehm – ich sag’ nicht, welches) ein Scheppern aus dem Lautsprecher in der rechten Vordertür. Da ich beim Feststellen gerade ein Hörbuch höre und dazu das hier verkabelte iPhone nutze, gehe ich eigentlich davon aus, dass das günstige Lightningkabel vielleicht schon einen Hau weg hat und ich evtl. doch zu einem besseren greifen müsste.

    Update: Sowohl Klima, als auch Standheizung sind mittlerweile repariert!

    MagSafe Ladegerät im VW Bus Multivan T5 nachrüsten

    Das Scheppern und Krächzen wird aber auch mit anderen Audioquellen nicht besser und als ich dann mittels Fader, Balance, Höhen und Tiefen die einzelnen Lautsprecher ansteuere, merke ich, dass ich da wohl schon ein größeres Problem habe. Hinten links/rechts/Höhen/Mitten/Tiefen in Ordnung, vorne rechts Höhen ok, Mitten und Tiefen unanhörbar scheppernd, vorne links nur Höhen, sonst stumm. Super.

    Fehlerquellen und Fehlereingrenzung

    Die typischen Fehlerquellen bei solchen Audio-Problemen im T5 sind: Radio defekt, Kabelbruch in den Türen (besonders im Faltenbalg zwischen Tür und Karosserie), oder Lautsprecher in den Türen defekt. Ein Kabelbruch zeigt sich oft durch Aussetzer beim Öffnen/Schließen der Tür, da die Kabel dort flexibel und mit der Zeit brüchig werden – ein klassisches VW-Problem, das auch bei anderen Modellen vorkommt. Das Radio auszutauschen ist teuer (Original RNS 315 oder ähnlich kostet locker 200–500 Euro gebraucht), und auf eine Kabelbruchsuche in dem engen Balg hatte ich keine Lust, da das oft stundenlanges Friemeln bedeutet.

    Also entscheide ich mich bei der Fehlereingrenzung für den Tausch der Türlautsprecher. Preislich und vom Aufwand im Mittelfeld. Ich bestelle hier bei eBay ein Komplettset von JBL, bei dem schon gleich die passenden Adapterringe dabei sind und zwei Stecker, die zwischen dem VW- und dem „normalen“ Lautsprecheranschluss vermitteln. Einschlägige Foren empfehlen ein solches Set von Lautsprechern, allerdings sind mir 300 Euro im Moment zu teuer. Günstige Sets mit Adapterringen kosten 50–100 Euro und reichen für den Alltagsgebrauch – wer High-End-Sound will, greift zu Marken wie Eton oder Option Air, die speziell für T5 angepasst sind.

    Werkzeug und Vorbereitung

    Bevor es losgeht, brauchst du: Kunststoffhebel-Set (um Kratzer zu vermeiden), Torx-Schraubendreher (T20/T25), Akkuschrauber mit Metallbohrer (ca. 5 mm für Nieten), Zange, Akkustaubsauger gegen Späne, ggf. Alubutyl-Dämmmatte und Handschuhe. Ich habe mir mein Set von Hebelwerkzeugen (so eins in der Art – ist nicht genau meines) schon für andere Projekte angeschafft. Bei T5/T5.1 Multivan oder Transportertüren gibt es leichte Varianten, je nach Baujahr und Ausstattung (z. B. Schiebetüren oder Drehtüren).

    Kurz zum Abholen, ich habe eine solche Türverkleidung.

    Die Transportertüren unterscheiden sich da ein bisschen und es gibt auch verschiedene Multivan-Türen. Ich kann nur für diese sprechen. Zum Ausbau:

    Gummimatte rausfummeln. Sie liegt nur drin, ist aber ziemlich passgenau und fest. Mit Hebelwerkzeugen vorsichtig lösen.

    Drei Schrauben unten lösen – meist Torx T25, direkt an der Unterkante.

    Oberes Ablagefach öffnen: Gummi-Einlage raus, dahinter weitere Torx-Schraube lösen.

    Obere Blende abhebeln. Langsam an den Kanten entlangfahren und Schnapper lösen – nicht mit Gewalt, sonst bricht Plastik. Auch dazu habe ich die Hebel benutzt, auf dem ersten Bild halte ich das Ding nur fürs Foto mit dem Finger hoch. Langsam an den Kanten entlangfahren und die Schnapper lösen.

    Jetzt ist wichtig, dass man die seitliche Blende nicht mit Gewalt versucht, abzuhebeln. Sie ist mit zwei Schrauben hinter dem Griff und unter der oberen Blende verschraubt. Jetzt kann man unten hinter die Verkleidung greifen und diese kräftig, aber mit Gefühl zu sich ziehen. Ist sie unten gelöst, kann man das ganze ringsum wiederholen. Die Türverkleidung dabei nicht nach unten fallen lassen, da sie noch an Kabeln und Zug hängt.

    Die Stecker vom Fensterheber und der Spiegelverstellung kann man entweder abziehen oder man lässt die Blende bzw. die Schalter an der Tür hängen. Der Zug vom Türinnengriff zum Schloss muss noch ausgehängt werden, dann hat man sie in der Hand.

    Lautsprecher austauschen

    Die alten Lautsprecher sind (zumindest bei mir) genietet, die Nieten können aber recht einfach mit Akkuschrauber und Metallbohrer herausgebohrt werden. Ich hatte dazu während des Bohrens einen Akkustaubsauger daruntergehalten, damit mir die Späne nicht in den Bus oder auf die Straße fallen. Ging recht gut, die Reste konnte ich mit einer Zange entfernen. Typisch sind 4–6 Nieten pro Lautsprecher; bohre in die Mitte, bis der Kopf mitdreht, dann abziehen.

    Vor dem Einbau dann erst ein kurzer Test mit dem neuen Lautsprecher – super, kein Kabelbruch, der neue funktioniert! Der Stecker passt dank Adapterring direkt, bei JBL oder ähnlichen Sets oft Plug-and-Play.

    Der Einbau ging genau so problemlos, wie der Ausbau. Die Reduzierringe habe ich mit dem neuen Lautsprecher verschraubt und das Ganze dann wieder angenietet (neue Nieten oder Schrauben empfohlen). Da ich von vorherigen Projekten noch Alubutyl übrig hatte, musste ich diese Reste jetzt mal verarbeiten. Sieht nicht schön aus, der Profi schüttelt wahrscheinlich den Kopf, die Türen fallen jetzt aber satter ins Schloss und es scheppert und kleppert nichts mehr.

    Bei Transportertüren würde ich jetzt gleich noch die Verkleidungen von innen etwas dämmen, meine hatten aber schon ein bisschen was aufgeklebt. Alubutyl reduziert Resonanzen, verbessert den Bass und isoliert besser – idealerweise mit Walze fest andrücken und ggf. Bitumenmatte obendrauf.

    Zusammenbau und Test

    Der gleiche Spass noch mal auf der Beifahrerseite und ich kann endlich wieder aus mehreren Kanälen Musik hören. Gesamtaufwand sehr gemütliche 2 Stunden und außer den vom Alubutyl zerschnittenen Fingern (Handschuhe wären angebracht!), bin ich sehr zufrieden. Wenn doch nur alles am Bus so reibungslos zu machen wäre…

    Wenn doch nur alles am Bus so reibungslos zu machen wäre… Aber hey, jetzt klingt’s wieder, und der T5 hat mal wieder bewiesen: Selbstreparatur lohnt sich!

    Rechtlicher Hinweis und gesunder Menschenverstand

    Ein (mittel-)kurzer Hinweis, den ich künftig in die meisten Berichte einbaue: Die Berichte wurden nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Ich schreibe bewusst „Berichte“ und nicht „Anleitungen“, man darf wohl mittlerweile nicht mehr den Eindruck erwecken, man würde hier einen Leser anleiten… eigentlich selbstverständlich, dass ihr selbst nachdenkt, aber man muss das jetzt eben extra erwähnen.

    Ich würde es auch als selbstverständlich erachten, dass man keine Katze in der Mikrowelle trocknet und trotzdem wird es Gerüchten zufolge in Bedienungsanleitungen erwähnt. Bitte beachtet, dass ich kein Fachmann bin und daher keine Garantie für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Informationen übernehmen kann. Reparaturen an eurem Fahrzeug führt ihr auf eigene Gefahr durch. Denkt daran, dass euer Fahrzeug vielleicht auch von anderen Personen genutzt wird, die möglicherweise nichts von eventuellen Veränderungen oder Reparaturen wissen. Im Zweifelsfall empfehle ich dringend, einen Fachmann zu konsultieren oder eine qualifizierte Werkstatt aufzusuchen. Eure Sicherheit und die Sicherheit aller Nutzer des Fahrzeugs stehen an erster Stelle.

    Gerade bei modernen Fahrzeugen mit umfangreicher Elektronik und Assistenzsystemen kann schon ein vermeintlich kleiner Eingriff unerwartete Folgen haben – von Fehlermeldungen im Steuergerät bis hin zu Problemen bei der Hauptuntersuchung, wenn werkseitige Vorgaben nicht mehr eingehalten werden.

    Hinweis zu Links, Produkten und Transparenz

    Und dann noch ein Hinweis: Ich verwende in den Beiträgen häufig Links mit Produktempfehlungen zu eben den Produkten, die ich hier verwende. In 99% der Fälle habe ich verwendete Teile und Werkzeug selbst gekauft und mit eigenem schwer erarbeiteten und versteuertem Geld bezahlt. Ganz selten kommt es vor, dass ich Produkte gestellt bekomme, dann erwähne ich das aber deutlich.

    Recht häufig kommt es aber vor, dass ich Affiliate-Links zu Amazon und Ebay (selten auch andere Partner) verwende. Wer nicht ganz neu im Internet ist, weiß, dass ich dadurch eine kleine Provision bekomme und ihr aber nicht mehr dafür bezahlt, als sonst. Im besten Fall unterstützt ihr damit ein bisschen den Aufwand für diese Berichte – vom Fotos machen über das Schneiden der Videos bis hin zum Schreiben der Texte – und ermöglicht, dass solche Inhalte auch künftig kostenlos verfügbar bleiben.

    Wenn ihr also ohnehin vorhattet, euch z. B. einen einfachen OBD-Tester, einen neuen Drehmomentschlüssel oder ein Set Torx-Bits zu kaufen, freue ich mich, wenn ihr den entsprechenden Link nutzt. Wenn nicht, ist das auch völlig okay – schrauben kann man selbstverständlich auch ohne Affiliate-Link.

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