2,70m breites Familienbett auf Basis von Ikea Malm bauen

Am Anfang hat man ein Kind, das auch noch als Baby zur Welt kommt und kaum Platz braucht. Schon nach den ersten Monaten wundert man sich aber dann doch, wieviel Fläche so ein kleines Ding einnehmen kann. Trotzdem reicht die Breite eines normalen Doppelbetts locker aus, um den Nachwuchs in die Mitte zu nehmen und ich will denjenigen kennenlernen, der behauptet, es wäre nicht super kuschelig mit einem Baby.

So, dann kommt Kind Nummer zwei ins Spiel und es ist immer noch kuschelig, spätestens jetzt wird es aber etwas enger. Wenn die zwei dann mal älter als ein Jahr sind, bleiben einem als Vater oftmals noch 20cm Streifen am Rand des Bettes. Und dann – zack – das Dritte. Man hat jetzt die Wahl,

  • die Kinder dazu zu zwingen, in ihren eigenen Betten durchzuschlafen und das auch nachts durchzusetzen,
  • nachts auszuziehen und in einem der jetzt freien Betten zu schlafen,
  • oder auf den verbliebenen 10cm weiterzuschlafen in der ständigen Angst, herauszufallen.

In allen drei Fällen ist man in dem Moment erst mal wach und der Blick auf den Wecker sagt vorher, dass er in 2 Stunden klingeln wird.

Also wollen wir mal etwas probieren, was ich an anderer Stelle schon schon gelesen hatte: Ein Familienbett in Überbreite. Der Platz im Schlafzimmer gibt es her und das Basteln könnte Spass machen, also versuchen. Die einfache Variante ist, einfach ein einzelnes Bett neben das Doppelbett zu stellen und fertig. Geht, wenn man den Zwischenraum mit Schaumstoff auffüllt oder ein rahmenloses Bett hat, problemlos. Schöner sieht es aber aus, wenn man bastelt. Also los:

In der Annahme, dass man die Betten eh schon hat, ist das ganze sehr günstig. War bei uns leider nicht der Fall, es wurde aber mal Zeit für ein neues Bett und dann konnten wir uns das trotzdem schönrechnen. Zuerst ging es also in den Ikea, um dort folgendes zu kaufen:

Der Mittelbalken kostet 10 Euro und liegt in den Regalen am Ausgang herum. Ab zur Kasse damit und fertig. Schwieriger wird es mit den Aufnahmen dafür, die eigentlich nur zwei Blechteile mit Bohrlöchern sind (man könnte das also auch anders lösen). Man erklärt der netten Ikea-Mitarbeiterin nämlich erst ausführlichst, was genau man vorhat und wie das Projekt aussieht. Diese erklärt einem dann mehrfach, dass das nicht ginge, was man vorhat, die Betten dafür nicht gedacht sind und überhaupt, es die Teile nicht gebe – schon gar nicht zum Kaufen. Dann geht man an die Info mit den Worten „Mein Kleinkind hat die zwei Balkenschuhe verschluckt.“, „Außerirdische sind mit den originalen Befestigungen verschwunden.“ oder „Kann ich wohl zwei von den Teilen haben?“ und bekommt sehr sicher das Benötigte. Zur Sicherheit sagt mal vielleicht noch „bitte“ und „danke“ dazu und zwingt sich zum einem Lächeln. So oder so hast Du relativ sicher danach die Balkenschuhe in der Hand. Online bekäme man sie wohl auch beim Ikea Ersatzteilservice, das kann ich aber nicht bestätigen. Es gibt auf Amazon ähnliche, mit denen man zur Not einen Mittelbalken aus Holz befestigen kann – das sollte sogar fast stabiler als Original sein.

Jetzt geht es nach Hause und dann ab ans Bauen. Ich hatte mich dazu entschlossen, die übrigen Seitenteile außen weiterzuverwenden, weil so die Breite weiterhin für drei 90-cm-Roste passt und ich sowie die nötigen Befestigungsmaterialien herumliegen hatte.

Aufgrund des Zeitdrucks musste ich die Betten zuerst getrennt voneinander aufbauen und dementsprechend jetzt, wo es ans Eingemachte ging, wieder teilweise demontieren.

Zuerst habe ich das „innere“ Seitenteil des Einzelbettes nach Außen gesetzt und die zwei Seitenteile mit Lochblechen verschraubt. An Kopf- und Fußende dann noch ein Winkel hin, damit die Schiene, auf der dann der Rost inkl. Matratze aufliegt, stabiler wird.

Gleiches Spiel auf der anderen Seite, also auf der äußeren Seite des Doppelbetts.

Jetzt muss der bereits eingebaute Mittelbalken etwas nach rechts versetzt werden, da nun die Seite ja dicker wurde. Dazu einfach die Breite eines Seitenteils messen und die vorhandenen Bohrungen die paar Centimeter weiter nach rechts übertragen. Dabei sehr vorsichtig sein, weil das Bett größtenteils aus Pappe besteht und sich das so zeigt, dass man durch etwa einen Millimeter des inneren Brettes bohrt und dann bei zuviel Druck durch das zweite Brett durchschlägt. Das sollte mir ganz am Schluss zum Verhängnis werden…

Der Mittelbalken wird versetzt eingehängt und passt hoffentlich noch – ein erster Test mit einem Rollrost bestätigt die korrekte Messung.

Nun können die Fuß- und Kopfteile der Betten verbunden werden, was ich wieder mit den Lochblechen gemacht hab – einzig aus dem Grund, weil noch zwei übrig waren. Hätte ich die nicht gehabt, wäre es wahrscheinlich auf ein Brett oder eine Latte herausgelaufen.

Die zusätzlichen Balkenschuhe kommen jetzt zum Einsatz. Dummerweise relativ genau am Übergang der Betten. Das nächste Mal würde ich – vielleicht – die zwei übrigen Seitenteile alle auf eine Seite packen, damit dort eine kleine Ablagefläche entsteht und der Balken noch weiter versetzt zu befestigen ist. Außerdem könnte man sich dann das Versetzen des originalen Balkens am Doppelbett sparen. Egal, schon zu spät. Der zweite Balken wird eingehängt und passt. Eigentlich wäre ich nun fertig, leider komme ich jetzt aber auf die Idee, den Schuh des zweiten Balkens mit einer weiteren, einer dritten Schraube zu sichern und knalle, wie oben angekündigt, durch das äußere Brett, dessen Furnier es mir mit abplatzen dankt. Mit der LETZTEN SCHEISS SCHRAUBE!! Ich hätte kotzen können und werde so lange ein negatives Gefühl beim Vorbeilaufen haben, bis mir hier eine schöne Lösung einfällt (auf den Bildern sieht man es fast nicht, in echt aber leider schon).

Sei es drum. Rollroste rein (die ursprüngliche geplanten Klapproste vom alten Bett passen leider nicht), Matratzen drauf, beziehen, fertig. Gute Nacht!

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