Synology NAS DS218+ und andere: Speicher / RAM aufrüsten

Vor einiger Zeit hatte ich mir mal wieder ein NAS gekauft. „Mal wieder“ deshalb, weil mich die Idee immer wieder mal packt und ich dann in Aktionismus verfalle und sofort ein NAS kaufe. So hatte ich schon einige hier stehen, diese dann aber nach recht kurzer Zeit wieder verkauft, weil mir das alles entweder viel zu langsam war (v.a. Videos), der Zugriff zu schwierig (vom Fernseher, Handy, was auch immer) oder das Ding zu viel Strom verbraucht hat oder zu laut war. Meist eine Kombination von allem.

Bei der Synology war es anders. Dieses Mal steht das NAS-System direkt an der Fritz!Box und die Gigabit-Ports der Geräte sind mit einem 20cm-LAN-Kabel verbunden, das ganze geräuschlos im Keller verstaut. Die Box läuft zeitgesteuert vollautomatisch stundenweise an, sichert die Bilder und Videos von drei iPhones und zwei iPads, sobald diese im WLAN sind und die App DS file gestartet haben. Dazu sichern drei Macs ihre TimeMachine-Backups darauf, die FireTV-Sticks greifen auf die Bilder und Videos zu, die Platten dienen zum Dateiaustausch zwischen den Clients und ein iTunes-Server werkelt darauf vor sich hin. Eine rundum gute Lösung. Da ich kein 24/7-NAS brauche – ein Zugriff in den Abendstunden über das automatisierte Hoch-/Herunterfahren reicht völlig und wenn es zwischendrin gebraucht wird, schalten wir es eben ein – benötige ich auch keine speziellen (und teuren) NAS-Platten, sondern es tun mir günstige Desktop-Festplatten. Aktuell setze ich 2x 4 TB WD Blue ein, die im Raid1-Verbund auch nur 4 TB bereitstellen. Das reicht uns aber für die Daten, die wir synchronisieren/sichern wollen im Moment aus.

So lief die DS218+ also ein gutes Jahr vor sich hin und wenn sie auffiel, dann immer nur positiv. Dann kam die erste Herausforderung für das Gerät. Ich wollte mir eine Linuxmaschine aufsetzen, hatte aber alles an dafür brauchbarer Hardware schon an die Kinder vererbt oder anderweitig im Einsatz. Die kleinen SSDs der platzmäßig tendenziell eher spärlich ausgestatteten Macs wollte ich nicht noch zusätzlich belasten und die Lösung über einen externen Speicher gefiel mir auch nicht besonders. Da ich wusste, dass die Synology auch Virtualisierungen unterstützt, lag der Test dieser nahe!

Also Linux-Image heruntergeladen, den Virtual Machine Manager als Paket installiert und los geht‘s! Pustekuchen… hätte ich mir auch denken können, die 2 GB RAM reichen bei weitem nicht für ein Gastbetriebssystem.

Kurze Recherche, das NAS hat zwei Slots für Arbeitsspeicher, einer davon ist zur stressfreien Aufrüstung gedacht und offiziell kann man ein 4 GB Modul einbauen = 6 GB gesamt… immer noch recht wenig. Dann der inoffizielle Hinweis: Es sollen – ohne Gewähr – 16 GB gehen in Form von zwei 8er Modulen. Dazu muss aber gebastelt werden.

Die zwei Riegel waren schnell bestellt, ich hatte mich für Speicher der Firma HyperX entschieden – hauptsächlich deshalb, weil es ein 16GB-Kit gerade für 90 statt 110 Euro bei Amazon gab. Wichtig beim Speicher ist wohl, dass es sich um DDR3L Speicher mit 1866MHz und 1.35V handelt. Ob es sonst noch wichtige Kriterien gibt, kann ich nicht sagen und ich bin speichertechnisch auch seit Jahren nicht mehr auf dem laufenden – seit ich in der Apple-Welt angekommen bin, hatte das Rechner-selber-zusammenbauen keinen Stellenwert mehr (ob das jetzt gut oder schlecht ist, darf jeder selbst entscheiden, ich für meinen Teil empfinde es als ganz angenehm).

Der Speicher kam gewohnt schnell. Aus purer Angst habe ich die NAS-Platten vorher noch mal auf Viren gescannt (was eine Nacht dauerte) und auf ein externes Laufwerk gesichert. Quatsch eigentlich, weil die Platten ja eh raus müssen, schaden wird eine Sicherung aber wahrscheinlich nie. Und der Virenscan hat natürlich überhaupt nichts damit zu tun :)

Jetzt zur eigentlichen Anleitung. Noch mal kurz der Hinweis, dass a) vorne im Gehäuse ein offener Steckplatz bereitsteht, den man ohne Aufwand mit RAM bestücken kann. Wem 10GB also reichen, der macht sich vorne einen 8GB-Riegel rein und hat anschließend Feierabend. Unter b) sei erwähnt, dass es so bei mir zwar geklappt hat, ich aber für keine eure Basteleien irgendeine Haftung übernehme, wenn ihr das hier nachmacht und irgendwas danach nicht mehr geht – wie immer.

Zuerst muss das Lüftergitter hinten weg. Dazu die 4 Schrauben lösen. Oh halt, zu allererst die Platten rausmachen und so hinlegen, dass klar ist, welche links und welche rechts drin war.

Dann drückt man die Haltenasen seitlich über den Metallkäfig und schiebt das Plastikseitenteil. Ist nicht ganz leicht zu beschreiben, beim Wiederzusammenbau habe ich aber ein Bild gemacht, wie die Teile gegenseitig verschoben werden müssen.

Jetzt die folgend markierten Schrauben lösen und so auf den Tisch legen, dass man nachher wieder weiß, wo welche her kamen. Ich empfehle hier, keine Kinder zu haben oder das ganze in den Abendstunden zu machen.

Der Plattenkäfig kann nun hinten angehoben und weggezogen werden. Vorne hält er noch ein bisschen, weil da zwischen Lüfter und USB-Ports ein Klebestreifen ist, der auch ans Gehäuse kommt. Den Lüfter kann man vorher abbauen, wenn man mag oder man zieht einfach kräftiger.

Die Hauptplatine ist mit vier Schrauben auf dem Käfig befestigt.

Geschafft, die Slots liegen frei und der Speicher kann getauscht werden. Wer noch nie einen RAM-Riegel getauscht hat: Man sollte schauen, dass man nicht statisch aufgeladen ist (trotzdem nie auf die Kontakte fassen) und löst den Speicherriegel, indem man die Halteklammern leicht nach aussen biegt. Dadurch schnappt der Riegel hoch und kann herausgezogen werden.

Zusammenbau einfach rückwärts. Darauf achten, dass alle Schrauben leicht eingedreht werden können – laufen sie schwer, hat man sehr sicher etwas falsch gemacht und man sollte besser noch mal schauen.

Der Speicher wird sofort erkannt, wobei mir das Hochfahren etwas länger vorkam. Gefühlt bin ich zwei Minuten vor der blinkenden LED gesessen und hab gebangt, ob ich den Speicher jetzt gleich wieder zurückbauen darf… zum Glück ging aber alles gut. Jetzt kann es also an die virtuelle Maschine gehen.

 

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