Erfahrungsbericht: Campingplatz Waldcamping am Brombachsee (Pleinfeld)

Damit sich der Wohnwagen auch lohnt und er nicht 365 Tage im Jahr in der Gegend herumsteht (sondern nur 362), war es mal wieder an der Zeit für einen Kurzurlaub über das dank Brückentag lange Wochenende vom 25. bis 28. Mai. Aufgrund der relativen Nähe von knapp 2 Auto-Stunden fiel die Wahl auf den Brombachsee in Franken. Hier hatten wir bereits sehr gute Erfahrungen mit dem See Camping Langlau gemacht und nach einer Pleite im letzten Jahr (wobei, wenn man das Reservieren anderen überlässt, nicht kontrolliert und dann mit Brombachsee-Erwartungen am Waldsee und dem dazugehörigen Campingplatz landet, ist man aber wirklich selbst schuld) sollte es dieses Mal definitiv ein großer und bekannter Campingplatz werden. Der Platz Waldcamping ist wohl der größte Platz hier in der Gegend und auch die Bewertungen waren ganz in Ordnung. Ein paar Hinweise unter den ehemaligen Gästen kamen zwar, dass es bis zum See 800m Weg wären, wobei der Namen „Waldcamping“ schon darauf schließen lässt, dass man… naja… eben im Wald ist und nicht direkt am See.

Also reserviert, gebucht, Wohnwagen gepackt und los ging es.

Tag 1, Anfahrt: Auf der Webseite war ersichtlich, dass zwischen 13:00 und 15:00 Uhr Mittagsruhe herrscht, womit weder ein-/auschecken noch rein-/rausfahren möglich wäre und da wir es für unmöglich hielten, Wohnwagen, Essen, Gepäck und vor allem die Kinder vormittags rechtzeitig abfahrbereit zu bekommen, stellten wir uns schon von Anfang an auf eine Ankunft am Nachmittag ein. Der Plan, dass Teo dann seinen Mittagsschlaf während der Fahrt erledigen könnte, ging (dieses Mal) sogar auf und bei viel Verkehr, aber ohne Stau kamen wir tatsächlich um kurz nach 15:00 Uhr an. Wir hatten Glück beim Einchecken, dass Freunde von uns (mit welchen wir zusammen reserviert hatten) in der endlosen Menschenschlange bereits ganz vorne standen und wir so die Schrankenkarte zur Einfahrt auf den Platz bereits nach wenigen Minuten Wartezeit in Händen halten konnten. Ein bisschen schlechtes Gewissen spielte vielleicht mit, als wir anschließend den gefühlten Kilometer zurück an den wartenden Bussen, Wohnmobilen, Wohnwagen und bepackten Autos liefen, bis wir ganz am Ende der Fahrzeugschlange in unseren Bus einstiegen und an allen vorbei durch die Schranke fuhren.

Unser Platz lag von der Eingangsschranke gesehen am vermutlich weitesten entfernten Punkt, weshalb sich der Weg dorthin bei dem großen Platz und angeordneter Schrittgeschwindigkeit (die bei der Anzahl an herumwuselnden Kinder auch bitter nötig ist) doch etwas zog.

Zusammen mit Freunden hatten wir drei Plätze nebeneinander, die einzeln für sich schon ausreichend groß, zusammengenommen aber mehr als das waren. Auch die Lage der Plätze war schön, zu zwei Seiten durch Wald eingesäumt, eine dritte Seite durch Wohnwagen und Bus zugestellt, dazwischen unsere Pavillons und Zelte. Bis aufgebaut war, verging aber noch einiges an Zeit, da unsere Platznachbarn ihre Ausrüstung und Autos auf unserem Terrain abgestellt hatten. Die Nachbarn waren zwar nett, aber um mittlerweile 4 Uhr nachmittags auch hackevoll. So dauerte es etwas, bis die Fahrer der abgestellten Autos es schafften, diese über die Fahrertür zu besteigen, zu starten (das Standgas des alten Opel Astras war offensichtlich schlechter eingestellt, als das des Fahrers) und rückwärts zwischen uns hindurch zu treffen. Die Kindern trieben wir zum Schutz zwischen unsere Autos, damit sie etwas Metall um sich herum hatten.

Nach dem Aufbau war der Tag auch schon fast wieder vorbei und wir entschieden, statt schon direkt ins Selbstversorger-Leben einzutauchen, den angeschlossenen Biergarten zu besuchen, um zu Abend zu essen. Die Idee hatten auch noch andere Camper und obwohl es eigentlich nicht übertrieben viele waren, schien das Team in der Küche und drum herum heillos überfordert – später sollte sich herausstellen, dass dies wohl der erste große Testlauf war (was auch immer das bedeutete). Leider mussten wir auf die bewusst bestellten (weil einfachen und schnellen) Gerichte Currywurst und Pommes (für die Kinder sogar nur Pommes), anderthalb Stunden warten, was – selbst hungrig und noch schlimmer, mit hungrigen Kindern – deutlich zu lange ist. Die Kinder kamen deshalb deutlich später als geplant in den Wohnwagen, schliefen aber schnell selig ein. Die Eltern leider auch, weshalb der erste Tag damit beendet war.

Der Biergarten. Im Vordergrund so ein Trampolinding, das aber extra kostet.

Tag 2. Der Morgen begann mit Schlange-Stehen vor der Toilette, gefolgt von Hinsetzen auf eine noch warme, weil erst vor Sekunden verlassene, Klobrille. Herrlich ;-)

Vorerst noch im Glauben, eine ungünstige Zeit erwischt zu haben, sollte sich die folgenden Tage herausstellen, dass Schlangestehen zum allgegenwärtigen Thema wurde. Auch hier hatte ich den Eindruck, man hatte nicht mit dem ersten Besucheransturm gerechnet (klar, es war Mai, das Wetter traumhaft und ein perfekter Brückentag verband 4 Tage zu einem langen Wochenende). Die Anlagen selber sind sauber und einwandfrei, da gab es nichts zu meckern.

Frühstück in der Sonne und dann erst mal ab an den See. Bollerwagen* gepackt, Kinder rein, los geht’s. Der Pfad führte laut Plan zuerst quer durch den Wald, um dort auf den eigentlichen Weg zum See zu treffen zu treffen. Die Strecke bis zum Waldweg war via Bollerwagen relativ anspruchsvoll und eher etwas für Mountainbikes oder eben Fußgänger, weshalb es nicht lange dauerte, bis die Kinder keine Lust mehr hatten, von Wurzelwerk durchgeschüttelt zu werden und auch ich keine Freude empfand, das Ding beladen mit zwei Kindern durch die Gegend zu ziehen. Gebremst durch den 2jährigen Wanderer brauchten wir gefühlt eine halbe Stunde, bis der See durch die Bäume schimmerte. Ein kurzer Abschnitt am Schluss über eine Treppe und wir waren endlich an der Anlegestelle.

Dass der See sehr schön ist, wussten wir bereits und so waren wir auch dieses Mal nicht enttäuscht vom klaren Wasser und vielen Fischen, die sich allerdings von Kinderhand nicht fangen lassen wollten. Ein Stückchen weiter links am See entlang findet sich eine angelegte Sandbucht (klar angelegt – der ganze See ist ja angelegt) mit Restaurant und Eisstand in der Nähe.

Zum Mittagessen wollten wir wieder auf dem Campingplatz sein. Da unser Kleinster sich im Wald an den heimischen Wildpark erinnert fühlte und die komplette Strecke von nichts anderem reden konnte, sollte das unser Nachmittagsziel werden: Der Tierpark bei Pleinfeld.

Außer Rehen, Hirschen und Wildschweinen gibt es da nicht wirklich etwas zu sehen und besonders idyllisch ist die Nähe zur Bundesstraße 2 und die damit verbundene Geräuschkulisse zwar nicht gerade, für die Kinder war es aber ganz in Ordnung und für 5,40 Euro Eintritt zu viert kann man das mal machen (Kinder unter 7 Jahren sind frei). Mit etwas älteren Kindern ist die direkt danebengelegene Sommerrodelbahn Pleinfeld wahrscheinlich interessanter. Zum Abschluss des Tages gab es für die Kinder noch ein Eis aus dem Kiosk und für Papa einen kleinen fränkischen Biervorrat aus dem Getränkemarkt, der auf der anderen Seite der B2 liegt.

Ein Schaf.

Ein Hirsch.

Ein Wildschwein. Zumindest ein Stück davon.

Tag 3. Am darauffolgenden Tag wollten wir wieder – und dieses Mal etwas länger – an den See, allerdings nicht erneut durch den Wald gehen, sondern mit dem Auto bis zum Parkplatz der Anlegestelle fahren. Ultrakurzstrecke und unter normalen Gesichtspunkten nicht zu vertreten, aber allein der Gedanke an einen Rückweg zu Fuß mit Bollerwagen, nassen Badesachen, nassen, müden und aller Wahrscheinlichkeit nach irgendwie verletzten Kindern ließ jedes gute Argument pro Motorschonung contra Dieselverbrauch verstummen. Da wir ja mittags an den See wollten, war es sogar eine weitere Kurzstrecke, da ich den Bus noch schnell vor der Mittagsruhe vor die Schranke fahren musste, um nicht bis 15:00 Uhr auf dem Platz gefangen zu sein. Trotz allem ging der Plan auf und wir machten uns während der Mittagsruhe auf die 3-Minutenfahrt zur Anlagestelle. Am See war dieses Mal etwas mehr los, als am Tag davor, es war aber immer noch gut auszuhalten.

Tag 4, Abreise. Bevor es am Vormittag des vierten und letzten Tages wieder nach Hause gehen sollte, stand der Abbau und ein letztes Mal Schlangestehen vor der Chemie-Entsorgung auf dem Plan. Aber auch das ging vorbei und wir konnten uns – das wirklich allerletzte Mal – in die Ausreiseschlange stellen, da an diesem Sonntag alle (wirklich alle) anderen Camper auch nach Hause wollte.

Fazit: Wenn man sich bewusst ist, dass ein Platz namens „Waldcamping“ im Wald liegt, wird man nicht enttäuscht. Klingt blöd, ist aber so und der Weg zum See ist – auch wenn es nur 800m sind – nicht mal eben mit Kindern, Kinder- oder Bollerwagen und Strandgepäck erledigt, da er zumindest anfangs querbeet durch den Wald führt (also quasi gar kein Weg ist) und auch später über Schotterwege führt. Für Kinder, die ihr Gepäck selbst tragen und vor allem ohne Hilfe laufen können, durchaus machbar oder auch mit älteren, vielleicht Fahrradfahrenden Kindern. Allen anderen (Rollstuhlfahrer sind mir noch in den Sinn gekommen, als ich den Bollerwagen über das Wurzelwerk und ganz am Schluss über eine Treppe tragen musste, weil stellenweise an Ziehen nicht zu denken war) sei der Weg „außen rum“ ans Herz gelegt, den wir aber nicht benutzt hatten (in Unkenntnis, dass es einen gibt). Oder man nimmt, so wie wir das dann gemacht haben, einfach das Auto und fährt fast bis zur Anlagestelle.

Von den Preisen her ist es in dieser Region unter dem Strich bezahlbar. Der Platz hat uns (genau zu Beginn der Hauptsaison) mit Bus, Wohnwagen, Strom, zwei Erwachsenen und zwei Kindern im Alter von 2 und 4 für 3 Nächte ungefähr 100,- Euro gekostet. Der Biergarten auf dem Platz bietet Speis und Trank, ist aber mit 6,90€ für eine Currywurst und 3€ für eine kleine Portion Pommes zu teuer und – in unserem Fall – vor allem viel zu langsam. Es gibt Getränkeautomaten, die aber nicht, wie bei anderen Campingplätzen in Bayern selbstverständlich, Bier anbieten. Und es gibt Eisautomaten. Beide Automatenarten möchten gerne Kleingeld und das passend. Die Preise hierfür waren „normal“ teuer. Das direkt neben dem Platz liegende Hotel bietet ein Restaurant, in dem wir aber nicht gegessen haben und deshalb nichts zur Qualität sagen können. Preise sind laut Aushang recht gesalzen. Wer ein paar Kilometer weiter fährt, findet in der Umgebung viele günstige und gutbürgerliche Wirtschaften und Biergärten.

Die Ausstattung des Platzes ist in Ordnung. Es gibt bessere, aber auch viele schlechtere. Gestört hat eigentlich nichts, bis auf das ständige Schlangestehen und, dass die Zwischenwände der Duschen nicht bis zum Boden gehen, man damit vom Dusch-Nachbar während des Abtrocknens wieder nassgespritzt wird und man genau sieht, wenn jemand in die Dusche pinkelt (gut, das war mein eigenes Kind).

*Den Bollerwagen habe ich vor etwas über einem Jahr mal gekauft, weil er günstig war und ich dachte, wir bräuchten das. Seit Kauf liegt er im Kofferraum und fährt überall hin mit, inzwischen tendiere ich aber dazu, ihn wieder zu verkaufen, da er durch die schmalen Räder am Strand relativ untauglich ist und für Spielsachen plus Kinder genau um so viel zu klein, dass es eigentlich immer (früher oder später) Streit um den besten Platz gibt. Dazu kommt noch, dass er – ganz egal, wo man ihn einsetzt, ob Strand, Stadt oder Tierpark – immer vollbeladen mit Stöcken, Steinen, Gräsern und toten Tieren zurückkommt, weil die Kinder denken, sie müssten den Stauraum entsprechend nutzen.

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