DSL-Wechsel leicht gemacht

Es war irgendwann Anfang April, als mir die T-Com schrieb, dass mein bisheriger ISDN-Tarif nicht mehr lange existent sein wird und außerdem auch viel zu teuer ist. Sie schlugen mir vor, dass ich doch ein komplettes AllInclusive-Paket abschließen solle.

Da mein bisheriger DSL-Tarif bei 1und1 aber erst zum September gekündigt werden konnte, rechnete ich tagelang hin und her, um mich schließlich überreden zu lassen. 1und1 bat mich monatlich mit 9,99 Euro zur Kasse – die folgenden vier Monate und damit sinnloserweise zu bezahlenden 39,96 Euro sollten sich verschmerzen lassen. Kurzerhand online auf den T-Com-Seiten den Vertrag abgeschlossen (53-Euro-irgendwas pro Monat) und die Bestätigungsmail noch mal kurz überflogen. Dazu gab es wegen Onlinebestellung 60 Euro als Gutschein obendrauf – eine feine Sache.

Wenige Tage später erhiehlt ich die Auftragsbestätigung schriftlich. Als Installationsdatum wurde irgendwann Anfang Mai genannt – das passte. Nun, irgendwann war es dann Anfang Mai und die T-Com begann zu streiken. Also gab es – ich glaube es war der 9. Mai – keine Bereitstellung des neuen Tarifs und auch keine Verdopplung der Bandbreite. Da mir die Telekom aber durch den unlängst verschickten offenen Brief an den Vorstand recht sympathisch war, sah ich darüber hinweg. Ich hatte ja bis September kein Problem, da das 1und1-DSL einwandfrei lief und so konnte ich gut ein paar Tage warten. Am 21. Mai wollte ich der Sache dann aber doch mal nachgehen und rief bei der Hotline an (0800-3301000). Nach Sprachcomputer und 20 Minuten Warteschleife erklärte mir die Dame freundlich, dass sie keinen Auftrag vorliegen hatte und auch mein Hinweis auf die Auftragsnummer meiner schriftlichen Bestätigung konnte nicht gefunden werden (es gibt wohl im Moment zwei Systeme, die nicht wirklich zusammenarbeiten).

Sie entschuldigte sich vielmals und tippte den neuen Auftrag sofort ab – diesmal zwar ohne die 60 Euro Onlinebonus, dafür aber mit kostenlosem Router. Anschließend versuchte sie noch, mir eine Handy- und eine Auslandsflat zu verkaufen – bei 0 Euro Auslandsgesprächen und 2 Euro auf Handies machte das aber nicht unbedingt Sinn (obwohl „..man das ja nie weiss, wann das mal plötzlich mehr wird…“). Sehr nettes Gespräch an sich, die plumpe Verkaufsmasche bringt aber wohl bei den wenigsten Anrufern was.

Zwei Tage später flatterte wieder eine Auftragsbestätigung ins Haus, die der anderen bis auf die neue Auftragsnummer zum Verwechseln ähnlich sah.

Wieder ein Tag später ein weiteres Schreiben: Die T-Com kann den DSL-Anschluß nicht übernehmen, da ihn noch ein anderer Provider im Zugriff hat. Ok, kann ja nur 1und1 sein – auch wenn ich davon nichts wusste und die Grundgebühr des Anschlusses jeden Monat an die Telekom überwiesen hatte. Aber sei es drum. Bei 1und1 online gekündigt (musste ja eh gemacht werden) und erstmal enttäuscht werden: Das so komfortabel klingende System, per Mausklick zu kündigen, wird durch einen Verifizierungscode erschwert, mit Hilfe dessen man – ganz einfach – telefonisch kündigen kann. Die Hotline schaltet dann den super komfortablen Faxausdruck frei, den man nur noch ausfüllen, unterschreiben und an 1und1 faxen muss – hammereinfach!

Dummerweise möchte 1und1 nicht, dass man kündigt. Da dies klar sein sollte, war ich auch auf die zu erwartenden Fragen top vorbereitet:

„Warum wollen Sie denn kündigen? Sie sind ja schon ganz schön lange Kunde.“

„Ja, ich mag aber zur Telekom wechseln.“

„Und wieso, wenn ich fragen darf?“

„Klar! Weil die billiger sind und ich statt eurer 5GB-Flat eine echte krieg und statt eurer VOIP-Flat eine echte Telefonflat… *lufthol* …und so.“

„Ne, billiger sind sie nicht und die echte Flat bekommen Sie bei uns auch.“

„Doch, die sind billiger, da ihr meinen DSL-Anschluß nicht zu euch holen könnt, weil das bei uns auf’m Dorf nicht möglich ist!“

„Nein sind sie nicht und wir können den Anschluß >zu uns holen<." "Echt?" "Ja." Lange Rede, kurzer Sinn, ich hab nicht gekündigt, sondern bei der T-Com per Brief meine Aufträge storniert (zur Sicherheit auch den ersten, der nicht mehr existent war), da 1und1 tatsächlich billiger ist. Am 4. Juni bekam ich Post von 1und1: Mein DSL-Anschluß sei noch durch die T-Com belegt und müsse erst gekündigt werden... wer hat ihn denn jetzt belegt?!

Also wieder einen Brief an die T-Com: Bitte kündigen Sie meinen DSL-Anschluß, wechseln Sie meinen ISDN-Tarif (den es ja nicht mehr gibt, da zu teuer) und deaktivieren Sie bei dieser Gelegenheit auch noch die Faxfunktion meiner T-NetBox (die kostet jeden Monat und ich brauch sie nicht).

Ein Tag später Anruf von der T-Com: Brief erhalten, blabla, alles kein Problem, blabla, Faxfunktion selbst deaktivieren per Telefon (Box anrufen und 4 – 1 drücken, wenn es jemand interessiert).

Also ist alles in der Mache und ich kann mich getrost zurücklehnen. Wieder einen Tag später schickt mir die T-Com noch mal zwei Bestätigungen. Einmal der ISDN-Tarifwechsel inkl. neuem DSL-Anschluß (?) und einmal (eine laufende Nummer später) die Kündigung meines DSL… Da die Kündigung einen Auftrag später erstellt wurde, machte ich mir aber nur sehr wenig Sorgen, dass ich noch mal schreiben/anrufen muss.

Auf der Kündigung stand der Termin 18.06. – gestern also. Da ich gestern auch noch frei hatte, konnte ich live mitverfolgen, als „unbekannt“ auf dem Telefon erschien. Da ich unbekannte Anrufer auch nicht leiden kann, ging ich nicht ran. Das erledigte der AB, auf dem zu hören war: „T-Com hallo, ich schalte jetzt ihr DSL frei, tschüss.“ Wieso „frei“, es sollte abgeschalten werden für – laut 1und1 – wahrscheinlich 2 Wochen (innerlich hatte ich mich auf 6 Wochen Modem eingestellt). Hmm, jetzt machte ich mir doch Sorgen. Zwei Minuten später wieder „unbekannt“, diesmal ging ich hin: „Ja, ich bin’s noch mal, T-Com, seit wann haben sie denn schon DSL?“. Er hat wohl die bereits gesteckte Leitung entdeckt. „Seit Ewigkeiten, allerdings soll es heute ab- und nicht freigeschalten werden.“ „Ok, dann mach ich das jetzt, tschüss.“ (Tonfall so nach dem trotzigen Motto: Na gut, dann kauf ich mir halt ein Eis, wenn’s hier kein Bier gibt! Ich kann auch ohne Alkohol Spaß haben!) Etwas perplex legte ich das Telefon hin und starrte der Fritz!Box ins LED-Auge, bis dieses nach ein paar Sekunden des Todeskampfs erlosch. Wie erwartet.

Also frisch ans Werk und Modemkabel suchen. Beim Einstecken des selbigen bemerkte ich aber, dass die totgeglaubte DSL-Leuchte wieder fröhlich strahlte. Hmm, Rechner hochgefahren, Internet geht… Nun erneut besorgt rief ich bei der T-Com an und erreichte ohne jegliche Wartezeit eine nette Dame. „Nö, ihr DSL steht im Status >in Auslieferung<." Zum Glück hatte die Dame aber sämtlichen Schriftverkehr von mir vorliegen und bestätigte mir, dass ich nichts falsch gemacht hätte. Sie würde es sofort ans BackOffice weiter geben, die das DSL kappen werden. Das war gestern Nachmittag. Heute, etwa 24 Stunden später, surfe ich fröhlich mit meinem DSL. Nicht, dass mich das stören würde, ich mache mir nur schon wieder Sorgen, wann die Geschichte endlich abgeschlossen wird. Da wundern mich die Geschichten von Bekannten und Verwandten nicht mehr (wobei ich hier immer nur müde gelächelt hab... ich komm ja aus der Branche, mir passiert sowas nicht!).

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1 Antwort

  1. Squalus sagt:

    Grundgütiger, das geht ja ab wie in einem Roman von Kafka. Telekommunikationsanbieter sind für manch skurrile Geschichte gut. Das erinnert mich an solch glorreiche Telekom-Momente wie „Ich hatte drei Monate nach meinem Umzug immer noch keinen Telefonanschluss“ oder „Meine Telefonrechnung wurde mehrere Monate nicht mehr abgebucht, da plötzlich die Kontonummer einer wildfremden Person auf meiner Rechnung stand, die zur Kasse gebeten wurde und tatsächlich auch bezahlte“. Ich drücke dir mal die Daumen, dass da nichts mehr nachkommt.

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