Sonisphere Festival 2009 in Hockenheim

„Endlich mal wieder ein Beitrag!“, höre ich meine tausenden von Stammlesern rufen. Die fast einmonatige Schreibpause hat aber leider ganz und gar nichts mit Sommerloch zu tun – es fehlt mal wieder die Zeit. Deshalb ist es auch nicht ganz einfach, mir eine spannende Reportage über das Anfang Juli (genauer am 4.) in Hockenheim genossene Sonisphere Festival, aus den Rippen zu leiern…

Ich versuche es mal trotzdem, auch und gerade weil mal gesagt werden muss, dass die Veranstalter echt einen an der Waffel haben! (ich hoffe, das ist abmahntechnisch sicher – ist ja nur meine Meinung… maximal noch die der restlichen 34999 anderen Menschen, die da waren)

Es beginnt beim „Campingplatz“, der sich, weil’s ja so schön am Wochenende war, richtig anbot. Auch, damit die Nacht ohne Gewissensbisse verbracht werden kann – beim AC/DC-Konzert im Mai (über das ich auch noch nicht geschrieben hab und vermutlich auch nicht werde) wurde auf einem normalen Parkplatz genächtigt – was offiziell verboten ist, aber auch die reichlich vorhandene Policia deutlich mehr begrüßte, als angeschickert auf die Autobahn zu rollen. Der Parkplatz unterschied sich vom „Campingplatz“ nur dadurch, dass kein Duschhaus vorhanden war. Und, dass der Parkplatz nichts, der „Campingplatz“ aber pro Kopf 25 Euro kostete. Beides waren schlicht Wiesen. Aber gut, sei es drum, das Aufgebot an Rettungskräften und sonstigen Helfern mag das rechtfertigen.

Dass man in den Ring dann doch gnadenlose 0,25er Tetrapacks nehmen darf, wussten wir von AC/DC. Klar, so’ne 0,5er Plastikflasche kann schnell zum tötlichen Geschoss werden. Dass man aber auch Stahlhelme mit rein nehmen darf, war mir nicht klar – obwohl.., den wirft ja auch keiner weg, der kostet ja Geld… Ok, mein Gott, die Bands sind auch teuer und die ganze Infrastruktur. Und außerdem geht’s dem Ring auch finanziell nicht gut, ja, das wissen wir alles schon. Das erklärt die Bierpreise von vier Euro. Dagegen will ich auch gar keinen Einwand erheben, bei der Hitze trinkt man vormittags (ich glaub, Einlass war um 9.00, die erste Band spielte um 11.00 Uhr) sowieso eher Wasser. Also ab zum Getränkestand: Einheitspreise. Das bedeutet, auch der 0,4l-Becher Wasser kostet vier Euro… früher, in der guten alten Zeit, war es mal so, dass zumindest Leitungswasser kostenlos war.

Nun versetze man sich in die Lage eines 15jährigen, der zum ersten Mal mit den Kumpels auf so einem Event ist (vermutlich sind die Erstbesucher mittlerweile eher 11 als 15) und sich mit – von der Feier am Vorabend – zittrigen, dünnen Beinchen die 5km vom „Campingplatz“ auf das Gelände geschleppt hat und nun vor der Wahl steht, sich dem Gelächter seiner Kumpels auszusetzen und 4-Euro-Wasser zu trinken oder zum gleichteuren Bier zu greifen. Und sogar dieser 9jährige weiss, dass er für den Preis von zwei Bechern Wasser daheim sein Planschbecken voll machen kann. Also nimmt er das Bier. Und sei es nur deshalb, weil hier das Preis-/Leistungsverhältnis etwas besser erscheint. Dem Veranstalter ist es hier wohl lieber, die armen Rote-Kreuz-Menschen reihenweise umgekippte Jugendliche in die Zelte schleppen zu lassen, als das Wasser ein paar Kröten günstiger zu machen.

Egal, wir hatten ja eh den Plan, ein, zwei Bands zu hören, dann über die Mittagszeit wieder zum „Campingplatz“ zu gehen, zu essen, zu trinken, zu duschen und gegen Nachmittag wieder zurück auf das Festivalgelände zu wandern. Dummerweise standen am Eingang (einen Ausgang gab es nicht) schon diverse „Campingplatz“-Bewohner, die den gleichen Plan hatten und alle recht gefrustet dreinblickten. Raus durfte man schon, danach rein aber nur mit gültigem, also neuem, Ticket… Nach wirklich langer Diskussion, unzähligem Anhören von „Wir können da auch nichts dafür, der Veranstalter verbietet es uns!“ der Security (was ich denen aber auch absolut glaube) und Sprechchören von „Wir sind das Volk!“ über „Die Mauer muss weg!“ bis zu „Lasst uns raus! … nee, Moment, … raus und WIEDER REIN, raus und rein!“, kam tatsächlich das OK vom Veranstalter und wir konnten Richtung „Campingplatz“ los. Das ungute Gefühl, dass wir eben doch nicht mehr reinkommen würden, begleitete uns aber die Strecke entlang – zum Glück zu unrecht.

Man mag jetzt denken, es hätte gar keinen Spass gemacht – das stimmt so nicht. Die Bands (allen voran Metallica und Die Toten Hosen) waren klasse und machten gut Stimmung. Die Abende auf dem „Campingplatz“ waren trotz einfacher Wiese gemütlich und die Duschen in Ordnung. Später gab es sogar noch Wasser, das aus einem Hochdruckreiniger in die Menschen geblasen wurde, trinken wollte ich das aber auch nicht unbedingt…

Es bleibt der miese Veranstalter – wenn man schon für jedes Getränk min. 4 Euro will, muss man den Leuten wenigstens problemloses aus- und wieder einreisen gestatten! Und das nicht erst auf Druck der Meute, die, ich hätte es auch verstanden, wenn es anders wäre, komplett friedlich blieb.

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1 Antwort

  1. 30. Juni 2011

    […] aus Liebe”, “Paradies”, “All die ganzen Jahre” und und und. Beim Sonisphere Festival in 2009 war ich noch begeistert, als Campino einen Fan nach oben holte und ihn “Paradies” […]

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