Warum man das MacBook Air nicht braucht – und trotzdem kauft

Als allererstes hier die Gründe, warum das MacBook Air eine waschechte und dazu noch verwöhnte Zicke ist und es deshalb definitiv keinen Sinn macht, sich eines zu kaufen:

  1. Es hat keinen Audio-Eingang. Hat es nicht nötig. Und auch die Kopfhörerbuchse lässt sich nicht umschalten, wie das beim kleinsten MacBook Pro wohl der Fall sein soll. Das ist besonders ärgerlich, wenn man vor hatte, das Signal der E-Gitarre so ins Programm GarageBand zu bekommen. Auch hier zeigt sich deutlich die verwöhnte Göre, die gleich von vornherein klarstellt, dass man ihr mit dreckigem Gitarrensound gar nicht erst kommen braucht. Wundert mich eigentlich, dass die Schönheit nicht bei der ersten Onlineverbindung direkt die Kreditkartendaten abfrägt (oder noch einfacher: verlangt, die Kreditkarte in den dafür vorhandenen Schlitz am Boden zu stecken und fortan drin zu lassen – man braucht sie ja eh nicht mehr für irgendwas anderes) und sie sich selbst die passende Musik im iTunes Store besorgt. Die heruntergeladene Playlist hätte dann bestimmt nichts mit übersteuerten Metal-Riffs zu tun, sondern würde eher in Richtung New Soul von Yael Naim oder Miss Li mit Bourgeois Shangri-La und ähnlichem gehen. Extreme Gutelaune-Musik eben, für die man sich extra komplett in der aktuellen iPod-Farbe anziehen muss und die weißen Ohrstöpsel beim Vormittags-um-11-Uhr-in-die-Arbeit-Tanzen deutlich sichtbar wedeln lässt.
  2. Eigentlich als Präsentationsnotebook prädestiniert, verfügt das MacBook Air erst mit optionalem Adapter über einen DVI-, VGA- oder HDMI-Ausgang. Das ist man als langjähriger Apple-Jünger aber natürlich schon gewohnt und es wird schon im Vorfeld unbewusst auf der Must-Have-Zubehörliste mitberechnet. Die Analogie zur menschlichen Zicke, die man auch erst mal mit Zubehör von Fossil und Thomas Sabo aufrüsten muss, damit sie sauber funktioniert, ist auch hier wieder reiner Zufall.
  3. Als weiteres Manko beim Thema Präsentation zähle ich auf jeden Fall den eingesparten Infrarotport auf, was zur Folge hat, dass man mit seiner superschicken Apple Alu-Remote zwar fleißig in Richtung des Subnotebooks feuern kann, sich dieses aber recht wenig darum kümmert. Es gibt ja auch für nur noch 79 Cent die App Keynote Remote, mit der man sein iPhone zur Präsentationssteuerung aufrüstet. Und für die Navigation durch die anfangs heruntergeladene iTunes-Zickenplaylist gibt’s die kostenlose App ‚Remote‘. Die Apple Remote (und damit meine ich die Hardware-Variante) kann man nun getrost als Schlüsselanhänger oder Briefbeschwerer verwenden und braucht sich über einen eventuellen zukünftigen Batteriewechsel keine Gedanken mehr machen.
  4. Das MacBook Air hat keinen Slot für eine UMTS-Karte. Für was auch? Das Gewicht von knapp über einem Kilogramm für das 11,6″-Modell und eine Höhe, die es bequem und unsichtbar im Mittelteil des Lifestyle-Magazins eurer Wahl verschwinden lässt, schließen es ja quasi als portablen Begleiter aus… oder? Um das tolle, bunte Video des noch tolleren, neusten Apple-Produkts in Full-HD von der Seite des Herstellers zu saugen, reicht UMTS eh nicht und man sitzt ja sowieso 4 Stunden am Tag im Starbucks-WLAN, um den leuchtenden Apfel auf der Displayrückseite zur Schau zu stellen und seinen Latte zwischen den weißen Ohrhörer-Kabeln hindurch zum Mund zu führen. Im Notfall bleibt immer noch der UMTS-Stick, der zwar funktioniert, durch seine Bauweise aber extrem besch.. eiden aussieht. Um hier wieder den Vergleich mit der Zicke anzustellen: der kann man auch nicht einfach den 150teiligen Ratschenkasten über die Schulter hängen – wär‘ zwar praktisch, wenn sie das immer dabei hätte, sieht aber nach nichts aus und birgt das Risiko der ständigen Meckerei, wie unhandlich und unpassend das Ding sei.
  5. Es gibt keine Tastaturbeleuchtung. Zugegeben kein wirklicher Nachteil, wenn man vorher überzeugter Besitzer und Nutzer des weißen MacBooks war (bzw. noch ist), da auch dieses keine Beleuchtung hat. Da fällt mir jetzt kein Vergleich mit einer Zicke ein…
  6. Der unfassbarste Nachteil: Das Ding hat keine Möglichkeit, ein Kensington-Schloss zu befestigen. Nicht mal ein Fahrradschloss oder ein winziges Tagebuchschlösschen kann angeschlossen werden. Das schränkt den Einsatz als Reisenotebook wieder stark ein. Es bleibt nur das tiefe Vertrauen in seine Mitmenschen, eine kofferähnliche Tasche, die abschließ- und sicherbar sein muss oder das Verprechen, immer in der Nähe der Designikone zu bleiben und sie niemals aus den Augen zu lassen. Hier liegt der Zickenvergleich wieder auf der Hand.

MacBook weiss vs. MacBook Air

6 Punkte, von denen mindestens der letzte einen Kauf niemals zulassen sollte – ach so, und halt der Preis, aber bei Apple setzt man bekanntlich spätestens nach dem zweiten oder dritten gekauften Produkt völlig andere Maßstäbe an. So Dingen wie einem Laufwerk oder einem seriellen Port will ich hier gar nicht nachweinen, wobei ich den guten alten COM immer noch häufig vermisse.

Man macht sich also immer und immer wieder Gedanken und hat den Entschluss, sich ein MacBook Air zu kaufen schon längst wieder als sinnlos abgestempelt. Und dann bestellt man es sich DOCH … mit dem guten Gefühl, es ja innerhalb eines Monats ohne Mehrkosten wieder zurücksenden zu können. Und man weiß nach nur einem Tag in ungestörter Zweisamkeit ganz genau, dass dies nicht passieren wird. Warum? Das sind die 6 Gründe:

  1. Nach ein paar Stunden lockeren Surfens, Musikhörens und Videoschauens auf dem 11,6″-Screen mit seinen 1366×768 Pixel blickt man durch einen Zufall auf das daneben stehende, alte MacBook und fragt sich, wie man die ganze Zeit mit diesem schlechten Display arbeiten konnte. Und das, obwohl man sich sicher ist, dass auch dieses alte Display herausragend war. Jeder, der von einem alten iPhone auf das 4er mit seinem Retina-Display wechselte und danach noch einmal einen Blick auf das alte geworfen hat, weiß, wovon ich rede.
  2. Eine Tastaturbeleuchtung braucht kein Mensch. Das Display ist so hell, dass die Keyboard-Matte problemlos ausgeleuchtet wird und man zusätzlich – in Strandnähe benutzt – noch ohne Mehraufwand kleine Schildkröten verarschen und weg vom am Horizont leuchtenden Meer auf’s totbringende Festland locken kann.
  3. Eine Diebstahlsicherung braucht man genau so wenig. Einmal in Händen legt man es maximal noch soweit weg, dass man es jederzeit erreichen kann. Nach kurzem Handauflegen nimmt das Alugehäuse die eigene Körpertemperatur an, fühlt sich äußerst sexy an und man meint – auch wenn es sonst absolut geräuschlos ist – dass man nach kurzer Zeit hört, wie sich die CPU dem eigenen Herzrhythmus anpasst und mit ruhigem Pochen taktet.
  4. Es ist wunderwunderschön.
  5. Es ist supersexy.
  6. Es ist supersexy.

Ich bin mal gespannt, ob ich immer noch so überzeugt bin, wenn die erste Verliebtheit vergangen und Alltag eingekehrt ist. Aber selbst wenn das passiert, war es jede Minute wert. Ich bereue nichts!

Randnotiz: Durch diesen blöden Blogeintrag hab‘ ich ‚Stand by me – das Geheimnis eines Sommers‘ verpasst. Toll.

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